FDP und Bildung: Bund und Ländern müssen kooperieren

Oberhaching. Es war eine interessante Runde, die sich am Montagabend im Oberhachinger Bürgersaal zur Diskussion über Bildungs-Chancen und -Notwendigkeiten einfand. 20 Gäste, die sich persönlich eingefunden hatten und weitere 15, die das zeitgleiche Online-Angebot wahrnahmen, waren sich schnell einig, dass die Kinder lange Zeit während der Corona-Pandemie nahezu allein gelassen worden sind und nunmehr zügig die digitalen Angebote an Schulen ausgebaut werden müssen. Thomas Sattelberger, Mitglied im Bundestag (MdB) und dort auch im Bildungsausschuss vertreten, brachte es auf den Punkt: „Es ist schade, dass es diese Krise geben musste, damit Schulen überhaupt Lernplattformen nutzen können.“ Dass allerdings jetzt wieder schuleigene, möglicherweise sogar bundesweit einheitliche Plattformen entwickelt werden sollen, stieß weitgehend auf Unverständnis Schließlich gibt es aus dem Berufsleben einige gut funktionierende Angebote. Mindestens ebenso wichtig seien für eine eigenverantwortliche Schule, dass Chancen für Individualisierungen im Unterricht statt bloßer Lernplanabarbeit ermöglicht und umgesetzt werden. Dazu bedarf es einer ordentlichen Medienpädagogik, die auch die aktuellen Lehrkräfte beherrschen.

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) warnte vor zu hohen Erwartungen: Heute – Mitte Juni können man die erwartete Zahl an Schülern für den September noch nicht zuverlässig prognostizieren. Und dass der Lehrermangel noch die nächsten 10 Jahre zu erwarten sei, mache leichte Lösungen nahezu unmöglich.

Einig war sich die Talkrunde darin, dass jetzt in der Bildung Qualität und Standards in einer engen Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern einheitlich geregelt werden müsse, damit unsere Kinder den Anschluss an Europa und der Welt nicht verlieren – „wir brauchen einen Kooperationsgebotsansatz“, so Sattelberger.


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